Am Samstag, den 15.10.11, 16.10 Uhr Ortszeit (16.10.11, 0.10 h MESZ) hat ACUDESBAL, Vereinigte Gemeinden des Bajo Lempa, zu der Lage am Bajo Lempa folgendes mitgeteilt:
ERNEUT SIND DIE HOFFNUNGEN DER BÄUERLICHEN FAMILIEN AUFGRUND DES KLIMAWANDELS UND DER AUSFÜHRUNGS-KOMMISSION DES RÍO LEMPA (WASSERKRAFTWERK CEL) ZERSTÖRT WORDEN.
KURZE INFORMATION ÜBER DEN AKTUELLEN ZUSTAND DER GEMEINDEN
KLIMATISCHE PERSPEKTIVEN
Entsprechend den Vorhersagen des meteorologischen Dienstes (SNET), für die nächsten 48 Stunden, werden die Regenfälle weiter anhalten und moderat bis heftig sein, mit der stärksten Intensität in den Küstenzonen der Departementos San Vicente und Usulután. Eine Verbesserung der klimatischen Verhältnisse wird ab dem Nachmittag des kommenden Montags gerechnet.
HYDROLOGISCHE PERSPEKTIVEN
Durch die Regenfälle sind die Böden mit Wasser gesättigt, das Entwässerungssystem hat die Regenwassermenge nicht bewältigen können, wodurch die ersten Überschwemmungen bereits am Mittwoch entstanden und am Morgen des Donnerstag kamen noch der Ablass des Wassers in den Rïo Lempa hinzu. Am Freitag wurde die Menge des Wasserablasses durch das Wasserkraftwerk “15. September” erhöht, was zum Kollaps der Schutzdeiche an mindestens drei verschiedenen Stellen führte.
Nach und nach wurden die Notunterkünfte für die Gemeinden eingerichtet. Um 15.00 Uhr (Ortszeit) ergibt sich folgende Situation:
Ort der Notunterkunft, Anzahl der Familien, Anzahl der Personen
- Ciudad Romero, 29, 80
- El Zamorán, 58, 175
- El Marillo II, 27, 78
- El Ángel, 45, 143
- Amando López, 149, 420
- Las Mesitas, 57, 114
- Los Cálix, 28, 65
- San Juan del Gozo, 60, 130
- Isla de Méndez, 11, 47
- La Caseta (La Papalota), 8, 21
- Jiquilisco, 33, 99
- Salinas del Potrero, 47, 163
Insgesamt: 552, 1535
Die untergebrachte Anzahl der Bevölkerung und die Kapazität der sozialen Organisationen die in den Gemeinden des Bajo Lempa gearbeitet haben, sowohl vor dem Notfall, wie während dessen, ist sehr bedeutsam. Die Familien haben während des gesamten Jahres gearbeitet und nun steht ihre Ernte und die Aussaat unter Wasser. Die Verluste sind in diesem Moment unkalkulierbar und es wird erst nach Beendigung der Notfallsituation möglich sein, die Schäden zu beziffern.
Alle Gemeinden sind überschwemmt. Es gibt viele Familien, die ihre Häuser nicht verlassen haben, da sie befürchten, dass sie ihr weniges Hab und Gut, was ihnen geblieben ist, verlieren.
Diesen Notfall haben wir die Arbeit der verschiedenen sozialen Organisationen und Institutionen, die die städtische Zivilschutz-Kommission und die kommunale Zivilschutz-Kommission bilden, koordiniert. Beide Einheiten sind offizielle Körperschaften, die die Aufgabe haben, die Arbeit zu bündeln und eine Doppelung der Maßnahmen zu verhindern, die unseren Gemeinden nur schaden würden.
ACUDESBAL hat eine Gruppe von 30 Jugendlichen aus veerschiedenen Gemeinden gebildet, welche die Kommission des Rettungskommandos des Bajo Lempa bilden und die von anderen Rettungseinheiten und dem Roten Kreuz unterstützt werden. Somit konnten wir die menschlichen Ressoursen erhöhen, um somit dem Verlust von Menschenleben vorbeugen. Es ist somit eine gute Gruppe für ein großes Problem geschaffen worden.
Die Hilfe die in unserem Lagerzentrum angelangt ist, konnten wir an die Notunterkünfte verteilen, wodurch im Moment die Basisbedürfnisse der untergebrachten Familien abgedeckt sind. Dies gilt auch für diejenigen, die in ihren Häusern geblieben sind, da die Notunerkünfte an die Grenzen ihrer Kapazitäten gekommen sind. Daher überlegen wir, Evakuierungen nachaußerhalb des Bajo Lempa zu anderen Familien vorzunehmen. Alle Organisationen und Institutionen, die humanitäre Hilfe erhalten haben sind übergeben worden. Darüber werden Informationen ausgetauscht und dies wird koordiniert, um nicht an einige Stellen doppelte Hilfe zu erbringen, wodurch unsere Arbeit effizienter wird.
Es gibt Gemeinden wie Los Lotes, La Babilonia, La 14 de Abril, Montecristo, La Tirana und Las Gavetas, die von der Außenwelt abtgeschnitten und nur mit einem Boot erreichbar sind.
Der weitere Weg ist nicht einfach, denn uns erwartet eine mühsame Arbeit, um die grundlegenden Gesundheitsbedingungen in den Gemeinden zu stabilisieren, zu entseuchen, die Krankheitserreger eliminieren, die die Moskitos produzieren und alles ausräuchern, um halbwegs die Mückenplage und anderer Insekten zu kontrollieren.
Die Nacharbeit ist ein weiterer Weg mit dem wir uns konfrontiert sehen und die mit viel Verantwortlichkeit verbunden ist. Hierzu ist viel Optimismus notwendig, weil versucht werden muss, die Landflächen erneut zu kultivieren. Wir müssen versuchen, unseren Campesinos wieder die Hoffnung zu geben, dass die Kinder wieder das Lächeln erlangen, damit das Schuljahr zu Ende geführt werden kann. Es ist, wie einer Schwangeren viel Mut zur Geburt ihres Kindes zuzusprechen, dass etwas neues entsteht, was sie insich trägt. Wenn wir an die Verluste denken, kommen uns die Tränen, aber wir müssen neue Kräfte aufnehmen, wo es sie derzeit nicht gibt und uns energisch einer Zukunft stellen. Wir wissen, dass wir nicht alleine sind, wie wir es in anderen Fällen erlebt haben. Wir können mit tausenden von solidarischen Händen rechnen, die uns bei diesem Weg der Wiedererlangung des Verlorenen begleiten.
Die lokale Solidarität hat sich bereits gezeigt und dies gibt uns Kraft, da wir mit unseren salvadoreanischen Geschwistern rechnen können, die nicht mit verschränkten Armen verharrt sind und die uns die Hand gereicht haben in einigen Fällen. Das Essen was sie für den nächten Tag gedacht hatten, haben sie uns heute gegeben. Mit erhobenen Hauptes und der Würde unserer Menschen sagen wir mit fester Stimme NEIN zu den Brotkrumen, die uns vom den Verantwortlichen des Wasserkraftwerkes angeboten werden, die die Hauptverantwortlichen dieses Schicksalschlages sind, weil sie den Wasserablass hätten frühzeitig kontrolliert vornehmen können und nicht dann, wenn das Unwetter eingesetzt hat.
Festen Schrittes laufen wir, weil wir an Gott glauben, an die Solidarität und an uns selbst, an die Kapazitäten der Männer und Frauen, die wir einen Weg zur Würde unserer Familien beschreiten, mit unserem Einsatz, unserem Enthusiasmus und mit unserer Kreativität kommen wir sicher voran.
Das Ereignis ist ein Weg den wir gegangen sind und die Umstande haben uns gezeigt, wie wir reagieren müssen und wir zweifeln nicht daran, dass die Gemeinden diesmal, wie in den Jahren zuvor, ihren vollen Einsatz zeigen, schließen wir die Reihen, erheben wir die Stimmen und lassen wir dies spürbar werden, damit die Regierung des Präsidenten Funes interveniert, damit CEL (Wasserkraftwerk) gezwungen wird, die den Gemeinden angerichteten Schäden zu beheben und dass ein besserer Wasserablass durchgeführt wird, und dies alles zum Wohle der Gemeinden und nicht im schäbigen Interesse noch mehr Reichtum zu produzieren für einige Wenige, als Austausch zum Leiden von tausenden von bäuerlichen Familien.
Schlagwörter: Überschwemmungen






